Einsatz von Produktbildern und Produktvideos

Im heutigen Beitrag möchte ich mich mit der visuellen Präsentation Ihrer Artikel in Ihrem Shop beschäftigen. Darüber haben Sie sich vielleicht auch schon Gedanken gemacht. Der klassische Weg ist der, dass man eine Fotografie des Artikels in den Shop stellt. Ein neuerer Weg, der sich in der Shopwelt zeigt, ist der der Videos. Diese beiden möchte ich Ihnen heute näher bringen und Ihnen Gedanken und Tipps mit auf den Weg geben, die Sie für Ihren Shop nutzen können.

kanne

klassisch: Ein Produktbild (Quelle: astore.amazon.de)

lichteffekte

im Kommen: Produktvideos (Quelle:Screenshot aus party-lichteffekte.de)

Produktbilder
Sicherlich haben Sie auch schon vor dem Problem gestanden, wie Sie Ihre Artikel in Ihrem Shop mittels einer Fotografie präsentieren können. Wenn Sie so etwas selber machen, dann ist das natürlich die günstigste Methode; doch, ist sie auch die beste für den Shop? Was müssen Sie überhaupt beachten und wie teuer käme Sie ein Produktfotograf, der sich mit Online-Handel auskennt?

ebay

gesehen bei ebay.de

youngfashionstore

gesehen bei youngfashionstore.de

Der heutige Online-Nutzer verlangt nach positiven Emotionen (usabilityblog.de), d.h. er muss Spaß am Shoppen haben und das gelingt nicht, wenn Sie ihr Produkt einfach auf den Tisch oder Boden legen und es nicht mal im besten Licht einfach abfotografieren. Der Kunde gewinnt dann einen nur sehr oberflächlichen Eindruck von dem Produkt und wird es wohl eher nicht kaufen, da es für ihn einfach nicht schön oder interessant erscheint. Er wird sich denken, dass er solch ein Produkt lieber nicht kaufen möchte und schaut sich weiter um, oder verlässt sogar Ihren Shop.

Damit dies nicht passiert, sollte man ansprechende Fotos in den Shop stellen.

Wie kommen Sie an gute Fotos?
Eine Möglichkeit wäre, die Herstellerfotos zu verwenden. Das hat den Vorteil, dass man gute Bilder hat, den Nachteil aber, dass man sich von anderen Shopanbietern, die auch mit diesen Fotos werben, nicht unterscheidet. Außerdem muss man vorher beim Hersteller anfragen, ob man seine Artikelbilder für den eigenen Shop einstellen darf.

tutorial

Online Tutorial Produktfotografie (Quelle: die-produktfotografie.de)

Sie können natürlich aber auch individuelle Fotos anfertigen. Dazu kann man zwei Wege gehen:
Entweder Sie sind ein leidenschaftlicher (Hobby-)Fotograf und nehmen die Bilder mit einer Spiegelreflexkamera selbst auf, nachdem Sie sich informiert haben, wie man ein gutes Produktfoto erstellt. (Dazu können Sie beispielsweise einen unserer Links anschauen, in dem ein Fotograf dazu einen Workshop anbietet.)  Oder aber, Sie beauftragen ein professionelles Fotostudio: Da gibt es teuere  (z. B. 18 Euro / Stück), oder auch preisgünstige (z. B. 29 Euro das erste, jedes weitere vier Euro).

Links zu Anbietern aus dem Netz, die wir bei unserer Recherche gefunden haben, finden Sie in unserem Kasten “Anbieter von Produktfotografie”.

ANBIETER VON PRODUKTFOTOGRAFIE
Eine Auswahl

> DAS PRODUKTFOTO
> 3D-Produktfotos.com
> Fiona-die Texterin
> erfolgsphoto.de
> produktfoto-service.de
> productshots.at
> produktansichten.de
> die-produktfotografie.de
> pro-ducto.com

Der Nachteil an herkömmlichen Fotos ist, dass man den Artikel nur von einer Seite aus betrachten kann. Daher bieten Shopbetreiber Fotos mit unterschiedlichen Ansichten an, meistens auch mit Zoom, um das Produkt besser beurteilen zu können. Einen Schritt weiter geht die 3D-Fotografie.

3D-Fotografie
In einer 3D-Fotografie kann der Benutzer mit der Maus eine Rundum-Bewegung um einen Gegenstand vornehmen und somit den Artikel aus allen Winkeln anschauen. Dadurch wird das Produkt „greifbarer“ und der Kunde gewinnt eher den Eindruck eines realen Gegenstandes. So kann er zum Beispiel unten dargestellten Gartenzwerg von links, von rechts, von vorne und von hinten sehen.

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Der Gartenzwerg von links aus gesehen Quelle: gardengnomesoftware.com

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Und so sieht er von vorne aus Quelle: gardengnomesoftware.com

Möchte man das Objekt jedoch kippen, so funktioniert das nicht. Man kann aber auch davon eine Fotografie anfertigen lassen. In diesem Fall könnte man zwei Fotografien in den Shop stellen, in denen der Benutzer die Figur jeweils drehen oder kippen kann.

3D-Fotografien selbst anfertigen
Wenn Sie sich fit genug mit der Kamera fühlen und sich schon darüber informiert haben, wie man gute Produktfots herstellt, so können Sie auch mit Hilfe von Software 3D-Fotografien selbst erzeugen. Eine besonders günstige finden Sie in Object2VR auf gardengnomesoftware.com oder auch bei feuerball design.
Im unteren Kasten finden Sie eine weitere Auswahl an Anbietern für 3D-Fotografie, die wir im Netz gefunden haben.

ANBIETER VON 3D-FOTOGRAFIE
Eine Auswahl

> 360ties.de
> shop.4d-solution.de
> productshots.at
> scanmotion.de
> plaspix-360grad.de

ANBIETER VON SOFTWARE FÜR 3D-FOTOGRAFIEN
Eine Auswahl

> Object 2VR auf gardengnomesoftware.com
> feuerball 3d
> Chili

Produktvideos
Ein ganz neuer Trend, der in den nächsten Jahren laut Stephan Randler, Autor des Videoshoppingguide, Standard sein wird, sind Produktvideos (videoshoppingguide, Seite 5). Das interessante daran ist, dass diese Videos die Konversionsrate steigern (Video und Bewegtbild im E-Commerce Folie 26 , siehe auch usabilityblog). So konnte der Baur Versand und der Weltbild-Verlag seit deren Einführung von Produktvideos die Konversionsrate steigern (Meldung zu Baur-Versand, Meldung zu Weltbild-Verlag). Dabei müssen diese Videos nichtmal besonders aufwendig gestaltet sein (Folie 31).

Als besonders erfolgversprechend haben sich Videos erwiesen, in denen Sachverhalte erklärt werden, wie es z.B. im Shop von design3000.de gezeigt wird.

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Produktvideo auf design3000.de

Doch den Shopbetreibern sind hier keine Grenzen gesetzt. So hat z.B. Herr Kobelt von Lubera, das im Internet immer populärere Medium Video dazu benutzt, dem Benutzer persönlich inmitten einer Gartenlandschaft Tipps für die Pflege von Gartenpflanzen zu geben. Oder der Shop von party-lichteffekte.de, der dem Benutzer seine neuesten Lichtanlagen im Einsatz zeigt, während man im Hintergrund die dazu passende Musik hört.

Dass dabei manche Shopbetreiber sogar wahrhaft unterhalterische Qualitäten entwickeln, sieht man im Shop von tvino.de. Dort werden dem Besucher der Webseite Videos angeboten, in denen der Master Sommelier Hendrik Thoma zu Weingütern fährt (sogar nach Italien oder Spanien) und dort Weingutleiter über die Region, die Geschichte des Weins und andere wichtige Aspekte für Weinliebhaber interviewt. Diese Informationen kann sich der Kunde kostenlos ansehen und sich dabei entscheiden, ob er den im Video vorgestellten Wein kaufen möchte. Die Kommentare auf die Videos sind durchweg positiv. Herr Thoma bittet sogar in unten angezeigtem Video die User darum, auch mal konstruktive Kritik zu üben.

garten

Herr Kobelt gibt Tipps zur Gartenpflege bei gartenvideo.com

wein

Hendrik Thoma unterhält sich mit Weinhändlern bei tvino.de

Wenn Sie sich nun überlegen, “Mensch, sowas will ich auch machen”, dann sollten Sie folgende Tipps im Auge behalten:

TIPPS FÜR VIDEOS IN ONLINE-SHOPS

  • Das Video sollte nicht zu lange dauern
  • Das Video sollte direkt abszupielen sein
  • Das Videostreaming sollte kurz sein
  • Erklärvideos sind Umsatztreiber
  • Moderationsvideos sind Umsatztreiber
  • Hosten Sie ihre Videos bei Youtube, dort werden Sie am ehesten gefunden: siehe googlewatchblog.de


Quelle
:
Video und Bewegtbild im E-Commerce
, SlideShow, Folien 18, 20, 30, 31

Sie können jedoch auch einfach sich selbst als Shopbetreiber vorstellen. Das weckt Vertrauen und der Kunde weiß, dass er es mit einem realen und symphatischen Menschen zu tun hat. Haben Sie keine Scheu! Authentizität kommt sehr gut an; sie können also ganz Sie selbst sein!

Videos von Profis
Sie können auch Ihre Videos von Profis erstellen lassen. Nach Recherche im Internet habe ich das Team von 22colors gefunden, das mir zugesagt hat. Dort gibt es ein Video von circa 30 Sekunden Länge zum Preis von rund 320 Euro. Oder schauen Sie sich mal die Werbeagentur Berlin an. Sie bieten Videos zum Pauschalpreis für 99 Euro an und auf der Webseite findet man auch ein Tutorial, das zeigt, wie man ein Produktvideo in Eigenregie erstellt.

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Die Dame erklärt, was man alles mit dem Lineal anstellen kann. Quelle: 22colors.de

Herstellervideos
Sie können sich auch die Herstellervideos zu den Artikeln besorgen. Die Firma Cliplister.de bietet dazu gegen eine Nutzungspauschale ihre Dienste an. Das Unternehmen weist die zu Ihren Artikeln verfügbaren Clips Ihrem Shop zu, welche Sie anschließend benutzen können. Genaueres erfahren Sie auf Cliplister. de. Im unteren Kasten finden Sie weitere Anbieter von Herstellervideos.

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Herstellervideo für eine Espressomaschine bei cliplister.de

WO SIE HERSTELLERVIDEOS BEZIEHEN KÖNNEN:

Der Videocommerce-Blog „twive!“ von videoshoppingdays.de listet noch weitere Anbieter:

> ClipDealer

> Cliplister

> Cultclip.tv

> Infoclips.tv

Informationen zu den Preisen finden Sie im entsprechenden Beitrag von „twive!“

Produktbilder oder Videos – Ein paar Gedanken dazu
Im Laufe der Recherche ist mir der Gedanke gekommen, die Idee von Produktbildern und Videos weiter zu entwickeln, in dem Sinne, dass man sich fragt, wann man ein Bild und wann man ein Video einsetzen soll, um einen Artikel besser verkaufen zu können. Für Bekleidung reicht zum Beispiel ein Bild aus, jedoch wird die beste Wirkung erzielt, wenn das T-Shirt, die Bluse, die Hose, etc., von einem Model vorgeführt wird. Agenturen für Produktfotografie können auch Models buchen. Jedoch sollten Sie schon darauf achten, falls Sie sich doch gegen die Modelvariante entscheiden, das
Bekleidungsstück nicht einfach auf dem Boden oder gar Bett liegend, abzufotografieren. Für Schuhe kann man verschiedene Ansichten zeigen oder gar eine 3D-Fotografie anbieten. Am besten kommen die Schuhe allerdings zur Geltung, wenn man sie an einem wirklichen Fuss sieht, wie z.B. in den Produktvideos von shoeline.com.

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Wie ein Artikel in der Realität wirkt kann man in einem Video gut darstellen (Quelle: shoeline.com)

Auch den Artikel in einem ansprechenden Ambiente zu fotografieren,
kann im Betrachter die Lust und den Wunsch wecken, dieses Produkt zu kaufen. Wenn Sie z.B. Seifen verkaufen, dann können Sie diese in einem ansprechenden Ambiente fotografieren (ähnlich den Serviervorschlägen auf Lebensmittelpackungen) oder eine Dame mit reiner Haut zeigen, die ihr Gesicht mit dieser Seife pflegt. Denken Sie wieder daran, sie sollen Emotionen wecken.

Bei Produktbildern müssen Sie jedoch auch beachten, dass die ansprechenderen Bilder auch in einem entsprechend gestalteten Shop, passend zum Stil der Bilder, vorzufinden sein müssen. Ein schönes Beispiel ist der „Stift und Papier-Shop“ der Illustratorin und Grafikerin Martina Hoffmann:

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stiftundpapier.de

Jedoch kann nicht jeder ein Künstler sein, weshalb Sie sich überlegen sollten, Geld in professionelles Webdesign zu investieren.

Wollen Sie das Produkt im Einsatz zeigen, so können Sie ein Video erstellen, beispielsweise könnten Sie eine Vase mit verschiedenen Blumensträußen zeigen oder in verschiedenen Lichtern: im Morgen- und Abendlicht oder in Raumsituationen mit farbigem Licht, beispielsweise in „blau“. Das ganze geht aber auch mit mehreren Fotografien in den entsprechenden oben erwähnten Arrangements.

Oder Sie erklären Ihren Kunden Tipps zu Bereichen, die mit Ihrem Shopsortiment zu tun haben. Wenn Sie beispielsweise DVDs verkaufen, könnten Sie Tipps zur DVD-Pflege geben. Es geht also um Emotionen oder/und darum, dass der Kunde einen echten Mehrwert in Ihrem Shop hat.

Letztendlich ist es eine Frage der Zielgruppe. Der Shop muss auf die Zielgruppe konzipiert sein. Wenn Sie zum Beispiel Naturprodukte verkaufen, sollten die Bilder und der Shop in natürlicher Umgebung erscheinen, bei Luxusprodukten hingegen kommt der Shop in edlen Farben wie Silber, Schwarz mit starken Kontrasten, Weiß oder Pastellfarben gut an.

Das liebe Geld
Wie Sie während des Lesens sicherlich schon festgestellt haben, kostet eine ansprechendere Produktpräsentation Geld. Trotzdem sollten Sie sich überlegen, ob das Geld die Investition wert sein könnte, da Sie mit einer besseren Produktpräsentation natürlich auch Ihren Verkauf im Verhältnis zu den Zugriffen steigern können.

FAZIT
Wir wollten Sie mit diesem Artikel anregen, über die visuelle Präsentation Ihrer Artikel nachzudenken und Ihnen aufzeigen, dass man durch echten Mehrwert und Emotion höhere Konversionsraten erzielen kann. Uns ist aber auch klar, dass es Ihre Entscheidung ist und auch eine Frage Ihrer Preiskalkulation. Falls Sie sich für eine ansprechendere Präsentation interessieren, könnten Sie im ersten Schritt ja an einzelnen Stellen hochwertige Bilder positionieren und beobachten, ob sich diese Artikel mehr umsetzen lassen. Wenn Sie Spaß an Videos haben und Sie das Ganze neugierig gemacht hat, können Sie – wenn Sie wollen – „klein“ anfangen und erst mal eine selbstgedrehte Präsentation Ihrer Selbst geben oder ein paar Tipps. Denken Sie daran: Sie brauchen kein professioneller Moderator oder Skriptschreiber sein. Es reicht, wenn Sie sich so darstellen, wie Sie wirklich sind. Letztendlich sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Sobald Sie positive Emotionen wecken und dem Kunden einen echten Mehrwert geben, sind sie auf der sicheren Seite.

CHECKBOX: FOTO ODER VIDEO?

Fragen, die sich stellen sollten:

  • Welche Produkte habe ich und welche Zielgruppe habe ich?
  • Kann ich meinen Kunden über Video was über meine Arbeit erzählen?
  • Kann ich ihnen Tipps geben?
  • Wie kann ich mein Produkt besser präsentieren?
  • Kann ich das Produkt vielleicht „im Einsatz“ zeigen?
  • Kann eine 3D-Fotografie mein Produkt „begehrenswerter“ machen?
  • Wie ästhetisch ist das Design?
  • Entspricht das Design meiner Zielgruppe?
  • Wie ist meine Preiskalkulation?

Wie Sie sehen, ist das Thema sehr umfangreich. Was sind Ihre Gedanken dazu? Welche Ideen haben Sie?

Schreiben Sie in den Kommentaren, was Ihnen dazu einfällt. Wir sind brennend an Ihrer Meinung interessiert! :-)

Bis zum nächsten Mal!


3D-Fotografie

In einer 3D-Fotografie kann der Benutzer mit der Maus eine Rundum-Bewegung um einen Gegenstand vornehmen und somit den Artikel aus allen Winkeln vornehmen. Dadurch wird das Produkt „greifbarer“ und der Kunde gewinnt eher den Eindruck eines realen Gegenstandes. So kann er zum Beispeil unten dargestellten Gartenzwerg von links, von rechts, von vorne und von hinten sehen.

Christian Huppert

Ein Kommentar zu “Einsatz von Produktbildern und Produktvideos”

  1. Thomas sagt:

    Hallo, mein Chef bietet jetzt mit seiner Firma auch Produktvideos aus einem speziellen Studio an. Die gibt es dann schon ab ca. € 10 püro Video… Und falls ein Link erlaubt ist, hier gibts mehr Infos: http://www.produktvideo-schleuder.de

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